Kategorie-Archiv: Allgemein

Versorgung unserer Bienen | Corona | Solidarität

Liebe Mitglieder, liebe Imker_innen,

der Frühling naht, und die Ereignisse überschlagen sich. Neben vielen anderen Umstellungen in unseren Alltagsroutinen beschäftigt uns Imker_innen die Frage, wie die Versorgung unserer Bienen in Zeiten von Corona und drohender Ausgangssperre sicherzustellen ist. Hierzu erste Überlegungen, die im Laufe der kommenden Tage und Wochen sicher noch weiterentwickelt werden müssen.

1. Die Bienen müssen versorgt werden

Auch bei eingeschränkter Bewegungsfreiheit sind wir als Imker_innen selbstverständlich verpflichtet, uns um unsere Bienen zu kümmern. Die Ausgestaltung weiterer Maßnahmen ist abzuwarten, aber wir können davon ausgehen, dass wir nicht daran gehindert werden, unsere Bienen zu versorgen. Sollte eine Ausgangssperre verhängt werden, müssen wir möglicherweise unsere Bienenhaltung/Standort(e) nachweisen, bevor wir sie aufsuchen dürfen. Wer schon einmal nach der amtlichen Registrierung kramt, ist gut vorbereitet…

2. Solidarische Hilfe und Vertretung

Imker_innen helfen Imker_innen! Wer sich für kürzere oder längere Zeit nicht selbst um ihre/seine Bienen kümmern kann, zögere nicht, um Hilfe zu bitten. Neben persönlichen Kontakten gibt es die Möglichkeit, die Mailingliste zu nutzen, wenn eine Vertretung benötigt wird. Mitglieder, die sich an der Kontaktliste beteiligt haben, erhalten diese heute oder morgen mit der Post. Ihr könnt euch auch an den Vorstand wenden, wir versuchen zu vermitteln.

3. Keine verwaisten Bienenstände!

Eine vorsorgliche Bitte an Imker_innen, die erwägen, ihre Bienenhaltung wegen akuter beruflicher, familiärer oder gesundheitlicher Belastungen aufzugeben: Meldet euch bitte frühzeitig! Wir helfen, wenn ihr nicht selbst eine_n Imker_in suchen könnt, die/der eure Bienen übernimmt.

4. Stockwaagen

Nicht nur, um einem Lagerkoller vorzubeugen, sondern auch, um Eure Völker vielleicht aus der Ferne besser einschätzen zu können, findet ihr hier eine Karte mit allen Stockwaagen in Deutschland. Zoomt nach Berlin hinein und ihr könnt euch die Waagergebnisse der Berliner Stockwaagen, jeweils als roter Punkt dargestellt, ansehen. Unsere Kreuzberger Waage hat die Nummer 1338. Wie im letzten Imkertreff diskutiert, sind die jeweiligen Waagergebnisse nicht 1 zu 1 auf die eigenen Völker übertragbar und mit Vorsicht zu genießen.

Passt gut auf euch auf und bleibt gesund!

Beste Grüße
Helga und Benedikt

Nachtrag:

Bericht vom offenen Imkertreff am 20.01.2020

Bericht von Benedikt

Obmann für Bienengesundheit

Carsten Rühl, der Obmann für Bienengesundheit des Berliner Landesverbandes stellte sich vor und berichtete von seinen Tätigkeitsschwerpunkten.
Eines seiner Themen, welches meistens für Diskussion sorgt, ist der Umgang im Seuchenfall. Sollte bei einem Bienenstand ein Seuchenbefall diagnostiziert werden, kann sich übrigens jede betroffene Imkerin und jeder betroffener Imker bei ihm melden, um Unterstützung zu erhalten.
Außerdem referierte Carsten Rühl über die Auswinterung unserer Bienenvölker. Neben Gewichts- und Windelkontrollen ist z.B. eine genaue Beobachtung der Natur und das Kennen der eigenen Bienen wichtig, um nicht zu früh aber rechtzeitig zu handeln.

Buchvorstellung von Gertrud

Roman „Winterbienen“ von Norbert Scheuer (2019).

Termine

Bericht vom offenen Imkertreff am 18.11.2019

Bericht von Benedikt

Varroaforschung am LIB

Seit 1992 forscht das Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf (LIB) an einer Varroaresistenz von Bienenvölkern. Die Hoffnung besteht darin, dass eines Tages auf Behandlungen gegen die Varroa verzichtet werden kann. Fred Zautke vom LIB berichtete uns in einem bis oben hin gefüllten Vortragsraum über die langwierige Grundlagenforschung hierzu und wie sein Team und er Bienenvölker dahingehend in sehr aufwändigen Verfahren selektieren und vermehren. Erste Erfolge kann das LIB bereits verzeichnen.

An den Bienen

Varroabehandlung und -kontrollen; Futterkontrolle; Frost beobachten.

Termine

Vortragsankündigung: Varroaforschung am LIB

Vortrag am Montag, den 18. November um 19:30 Uhr im Nachbarschaftshaus Urbanstraße:

Varroaforschung am LIB

Seit 1992 wird in Hohen Neuendorf daran geforscht, wie unsere Bienenvölker gegen Varroa so resistent gemacht werden können, dass eines Tages auf Behandlungen verzichtet werden kann. Dazu ist sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung erforderlich. Wie lässt sich etwa das Abwehrverhalten gegenüber der Varroamilbe am besten verstehen und fördern? Wie findet man heraus, welche Erbanlagen für das Hygieneverhalten gegenüber parasitierter Brut verantwortlich sind? Und wie kann letzten Endes die Züchtung Varroa-resistenter Honigbienen gelingen? Von diesen und anderen Forschungsfragen und Forschungs(-zwischen-)ergebnissen wird uns Fred Zautke vom Länderinstitut für Bienenkunde (LIB) berichten. Wir freuen uns auf einen Einblick in die Varroaforschung am LIB!