Archiv für den Monat: August 2017

Bericht vom offenen Imkertreff am 17.07.2017

Bericht von Andreas

Obwohl Honigbienen Wachs produzieren, kaufen die meisten Imker Bienenwachs in Form von Mittelwänden. Aufgrund stark steigender Preise sowie aufgedeckter Skandale um gestrecktes Wachs, das den Bienen schadet, sind viele Imker inzwischen bestrebt, einen eigenen Wachskreis zu etablieren, indem Verdecklungswachs und altes Wabenwachs eingeschmolzen und aufbereitet wird – was kein trivialer Prozess ist und zum Schwerpunkt im Juli-Treff gewählt wurde.

Der erste Schritt der Wachsaufbereitung ist das Ausschmelzen von Altwaben bzw. Entdecklungswachs. Eine Möglichkeit ist die Verwendung eines Dampfwachsschmelzer, zu dem ein Gerät als Anschauungsobjekt mitgebracht wurde. Über ein strombetriebenes Heizgerät wird Wasserdampf erzeugt und in den Schmelzraum geleitet, in dem die auszuschmelzenden Waben über einer Siebplatte hängen. Flüssiges Wachs und Kondenswasser gelangen grob gereinigt in einem darunter befindlichen Eimer. Als “Gehäuse” diente hierbei eine Segeberger Beute, deren Wände eine gute Wärme-Isolation darstellen, worauf das flüssige Wachs langsamer abkühlt, was die Trennung von Wachs, Wasser, Honigresten und sonstigen kleinen Schmutzteilchen begünstigt, da Wachs auf dem Wassser aufschwimmt bzw. sonstige Feststoffe langsam absinken.

Weitere Arten der Wachsschmelzung wurden besprochen:

  • Sonnenwachsschmelzer
  • Dampfentsafter
  • Verwendung sehr großer Töpfe/Bottiche mit ausreichend Wasser oder via Wasserbad

Neben dem Schmelzverfahren ist die Klärung/Filterung des geschmolzenen Waches eine Herausforderung: Nach einem Grobfilter wird ein Feinfilter benötigt, für den sich nach praktischer Erfahrung Feinstrumpfhosen oder Gartenvlies eignen.

Um aus gereinigtem Wachs neue Mittelwände zu gewinnen, wird zusätzlich eine Mittelwandgussform benötigt. Fertige Geräte sind recht teuer, weshalb Alternativen diskutiert wurden.

Aufgrund vieler Spezialgerätschaften und ggf. benötiger Räume ist ein vollständiger Wachskreislauf nicht für jeden Hobby-Imker realistisch. Es gibt daher auch Möglichkeiten, nur einzelne Schritte (z.B. nur das Einschmelzen) durchzuführen:
So kann Wachs im Imkereifachbedraf beim Kauf von Mittelwänden in Zahlung gegeben werden. Oder man überlässt Spezialisten die Aufbereitung der Mittelwände aus eigenem Wachs, z.B. den Ledder Werkstätten in Tecklenburg.

Die Aufbereitung von Seuchenwachs überschreitet die Möglichkeiten typischer Hobby-Imker, da das Wachs zum Abtöten von Sporen auf über 130°C erhitzt werden muss, was mit Wasserdampf nur unter hohem Druck möglich ist; auf keinen Fall darf hierbei einen Schnellkochtopf verwendet werden, denn dessen Überdruckventil kann durch das Wachs verstopfen.

Diskutiert wurden auch die sonstigen Gefahren der Wachsverarbeitung: Wachs kann sich bei Temperaturen entzünden, die mit einem Herd oder gar offenem Feuer problemlos erreicht werden, daher wird immer ein (zu überwachendes!) Wasserbad empfohlen.

Wie zu jedem Offenen Imkertreff brichtete die Bienenweideobfrau über die derzeit blühenden Pflanzen und deren Nutzen in Form von Pollen und Nektar für die Bienen:
Buchweizen, Lavendel, Sonnenblume, Sonnenhut, Sonnenauge, Stockrose, Weißklee, Steinklee, Malve, Clematis, Schneebeere, Bluweiderich, Nachtkerze, Sommerflieder, Wilder Wein und diverse Kräuter.
Zu Anschauung reichte sie einige der beschriebenen Pflanzen herum.

Zum Abschluss berichtete der Vorstand über Details der imklerglobalversicherung: Speziell im Schadensfall, sowohl bei der Tierhalterhaftung als auch im Rahmen der Sach- und Transportversicherrung, muss zwingend innerhalb von 3 Tagen der Vereinsvorstand informiert werden, der die Schadensmeldung an den Landesverband weiterleitet, welcher mit der Versicherung Kontakt aufnimmt.

Termine zum Vormerken

Der nächste Offene Imkertreff findet nach der Sommerpause am 18.09.2017 um 19:30 in der MosaikEtage in Oranienstraße 34 statt.

Der Vorstand bittet, ein Glas Honig als Spende mitzubringen, um unserem Gastgeber des Ausweichquartiers zu danken.

Bericht vom offenen Imkertreff am 19.06.2017

Nach Trachtende wird der relative Varroa-Befall deutlich ansteigen, während ab August schon die Produktion der Winterbienen beginnt. Ein wichtiger Teil jedes integrierten Behandlungskonzepts ist daher die Varroa-Sommerbehandlung. Wir besprachen verschiedene Behandlungsmethoden, die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen und die Prüfung des Behandlungserfolges.